Grundregeln für sozialverträgliches Checkertum

Femgeeks.de berichtete kürzlich über den Fall des ugandischen Journalisten John K. Abimanyi, der aufgrund einer positiven Kritik des Internet Explorers von rassistischen Arschgeigen mit einem Shitstorm überzogen wurde.

Nun zeugt das Herunterputzen von Menschen, deren Geschmack man nicht teilt, selbst ohne Rassismus von einem erbärmlichen Charakter, doch Charlott (Femgeeks) verortete das Problem bereits dort, wo elitäre Abgrenzung stattfindet.

Dies ist selbstverständlich nicht ganz abwegig, aus der Idee andere Geschmäcker abzuwerten, erwächst – auch ohne bewusstes Mobbing – ein sozialer Druck sich konform zu verhalten.

Dennoch weise ich in meiner Eigenschaft als elitärer Checker den erhobenen Pauschalvorwurf zurück. Denn wo folgende Regeln befolgt werden, ist elitäres Gehabe sozialverträglich:

  • Sei nur dort offen arrogant, wo es vonnöten ist. Also nicht: „Wer sich nicht mit Atomorbitalen auskennt ist ein Vollhorst“ sondern „Wer sich nicht mit Atomorbitalen auskennt, sollte sich beim Thema Molekülorbitale zurückhalten, weil dort ansonsten Unsinn herauskommt“. Ebenso behalte der Wunsch, dir angesichts des in nicht harmonierende Neonfarben gewandeten Brusthaartoupetträgers mit Schnauzbart die Augen mit einem Apfelentkerner auszustechen für dich. Sein Recht deine Klamotten scheiße zu finden, zählt gleich viel wie deins. Außerdem willst du eh nicht mit ihm im Partner_innenlook auftreten, denn…
  • Checker1 haben verschroben zu sein: Wer geschmacklich die Mehrheit hinter sich hat (und sei es auch nur jene in der Peergroup) hat kein Recht mehr sich elitär zu fühlen. Wer sich nicht daran hält, ist kein Checker, sondern ein Blockwart
  • Die dritte Grundregel sollte eigentlich selbstverständlich sein: Wer Leute aus *istischen2 Gründen nicht in seiner Elite haben möchte, ist kein Checker, sondern ein Teil jener Alt-Elite, die aussterben sollte

Für die breite Masse der Checker, die nicht willens sind, sich an die Grundregeln zu halten, gilt selbstverständlich das bei Femgeeks geschilderte Problem. Ihre Abgrenzung schafft das Klima, in dem geifernde Mobs entstehen können.

  1. Ich gendere das Wort bewusst nicht, da Checker unabhängig vom biologischen Geschlecht, sozial als Männer fungieren [zurück]
  2. Ausgenommen natürlich religiöse Eiferer, Blödiane und rechtes Gesindel. Es gibt ja Leute die Mehrfachdiskriminierung etwas weiter als ich auslegen [zurück]